Wer wir sind?

Im Frühjahr 2010 hielt Deutschlands profitiertester Rüstungsgegner, Jürgen Grässlins aus Freiburg, einen Vortrag in Lindau über die schmutzigen, teils illegalen und kriminellen Rüstungs- und Exportgeschäfte der deutschen Rüstungsindustrie. Grässlin bereist regelmäßig die Kriegsregionen, in die deutsche Waffen- und Rüstungsexportgütern geliefert werden, und dokumentiert die Verheerungen, das Elend und die menschlichen Opfer.

 

Diesen Vortrag hörten auch ein evangelischer Pfarrer aus Friedrichshafen und der Lindauer Lothar Höfler.

Beiden wurden schnell die Parallelen zu den Rüstungsbetrieben um den Bodensee klar. Sie fingen an zu recherchieren und starteten im Mai 2010 die Initiative "Keine Waffen vom Bodensee". Schnell fand sich ein Unterstützerkreis.

Dieser gründete im Juni 2014 den Verein "Keine Waffen vom Bodensee (KWvB) e.V.", mit Sitz in Lindau. Im folgenden September wurde dem Verein durch das Finanzamt Kempten die Gemeinnützigkeit anerkannt. Die Mitgliederzahl lag Anfang 2020 bei knapp 60. Die Mitglieder kommen aus allen drei Anliegerstaaten: Deutschland, Schweiz und Vorarlberg/A.

Der Verein  lebt von den Aktivitäten seiner Mitglieder. Daher appellieren wir an alle friedliebenden Menschen in der Region:  Unterstützen uns idell, materiell und -vor allem- mit Informationen und Kenntnisse über die Rüstungsbetriebe.

Was wir wollen?

Wir wollen nicht die übliche Friedensarbeit, mit Mahnwachen, Lichter- und Schweigekreisen, Demonstrationen, Unterschriften-sammlungen, etc. machen. Das tun zahlreiche weltliche und religiöse Gruppen sehr gut. Wir wollen herausfinden, welche Firmen und Dienstleister um den See für die Rüstung und Kriegswirtschaft arbeiten, welche Produkte sie herstellen und evtl., ob sie in verbotene Länder exportieren. Und wir wollen mit den verantwortlichen Führungspersonen -Ross und Reiter- nennen. Viele Einheimische kennen die Namen von Rüstungsfirmen und Menschen, die dort arbeiten. Sie wissen aber meist nicht, was konkret dort geforscht, entwickelt und gebaut wird und welche Gefahren von den Produkten ausgehen. Rüstungsgeschäfte werden grundsätzlich diskret abgewickelt. Einmal, weil die Produkte dem Kriege und Tode dienen, zum Anderen, weil es bei den Geschäften oft um Millionen- und Milliardenbeträge geht, die erfahrungsgemäß zu Korruption und Missachtung von Gesetzen und Menschenrechten verleiten und, weil diese Gelder in den Bereichen Soziales und Bildung fehlen.
Diesem Informationsmangel abzuhelfen ist unser streben. Wir wollen Licht ins Dunkel zu bringen und die Erkenntnisse der  Öffentlichkeit mitteilen.

 

Warum stellen sich so viele anständige Menschen in den Dienst des Rüstungsgewerbes? 

Auch diese Frage bzw. dieses Phä­no­men beschäftigt uns. Wie kann es sein, dass so viele im Grunde „anständige“, auch religiöse-gläubige Menschen ihre Intelligenz, Kreativität, Arbeitskraft, Energie, ihre kostbare Lebenszeit in den Dienst des tödlichen Kriegsgewerbes stellen.

Wir wollen auch mit unserer Arbeit den Menschen in den Rüstungsbetrieben in Erinnerung rufen, dass ihr und ihrer Kinder Friede, ihr Einkommen und ihr Wohlstand, ihre Gesundheit und Sicherheit, bezahlt wird, mit Tod, Hunger, Elend, der Vertreibung von ihnen wildfremden Menschen, ebenso anständigen, unschuldigen und mit Familien, in den Kriegsbebieten, in die "ihre Produkte" zum Einsatz kommen